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Pestizidhaltige Fassaden belasten Gewässer |
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Das renommierte schweizerische Wasserforschungsinstitut Eawag und das
EMPA-Institut belegen in einer aktuellen Studie, dass Pestizide in
Fassadenfarben und Putzanstrichen mitverantwortlich sind für die Verschmutzung von Bächen und Flüssen. Aus den Fassaden ausgewaschen,
gelangen sie mit dem Regenwasser in die Umwelt und tragen maßgeblich zur
Gewässerbelastung bei.
Mit Klinkern und Verblendern aus Backstein lässt sich diese Problematik vermeiden:
Anders
als bei Backsteinfassaden werden bei Fassaden mit
Wärmedämmverbundsystem dem Anstrich so genannte Additive wie
Antioxidantien, UV-Filter und Flammschutzmittel zugesetzt. Biozide
werden standardmäßig in kunststoffgebundene Farben und Putze für
Außenwärmedämmung zugefügt, um die Fassade gegen Schmutz und Algen zu
schützen. Stark zugenommen habe der Biozideinsatz mit der verbesserten
Dämmung von Gebäuden sowie einer Architektur ohne oder mit (zu)
geringem Dachvorsprung, so die Studie.
Auch deutsche Abwassertechniker bestätigen, dass durch die
klimatische Entwicklung und das damit einhergehende stärkere
Algenwachstum, Biozide in immer höherer Konzentration eingesetzt werden
müssen, um Algenwachstum wirksam zu verhindern.
Problematisch sei auch, dass die verstärkt eingesetzten Biozide über
den Regen direkt ins Oberflächenwasser gelangen und nicht als
Schmutzwasser erfasst werden.
Die Forscher appellieren daher an Architekten und
Bauherren, dahingehend Verantwortung zu zeigen. Außerdem sollte die
Bewertung von Materialschutzmitteln in der Biozidprodukteverordnung
unbedingt überarbeitet werden – nicht nur in der Schweiz. Es bestehe
großer Forschungsbedarf, weil unklar sei, wie die auftretenden
'Stoffcocktails' in der Umwelt wirken.
empa-Mitteilung Pestizide
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