dampfkesselhaus

Ziegelei-Museum

Das Museum Das Museum

Das Museum eröffnete Ende 1993 seine Tore in der 1747 errichteten Heuscheune des Gutes Daren. Die Wetterfahne auf dem Giebel stellt die Wappen der Familien v. Frydag und v. Münchhausen dar.


Das RömerDie Römer

Diese Stücke aus der Römerzeit (um 80 n.Chr.) stammen aus Mainz, Xanten und Trier. Es handelt sich um Dachziegel, Teile einer Hypokaustumheizung und um ein geriffeltes Stück, dessen Oberfläche als Putzträger gedient hat.

 »Schon die alten Römer ...«, diese oft strapazierte Aussage trifft auf die Geschichte des Ziegels zu  – und mehr als das: Denn Sie sehen auf dem oberen Glasboden ein Ziegelbruchstück aus Ägypten (Tempel Karnak), das sich auf das 3. Jahrtausend v. Chr. zurückdatieren lässt.


Ziegel StempelÖsterreich

In Österreich einschließlich der abhängigen k.u.k. Länder hat der Staat von Ziegeleien verlangt, alle Ziegel zu stempeln, um bei Reklamationen den »Schuldigen« aus findig machen zu können. Diese Stempel sind vor allem im Wiener Raum zu finden, so dass das Wiener Ziegelmuseum über 6000 verschiedene Stempel sammeln konnte.

Einige davon haben wir ausgestellt. Man findet sie heute noch »auf der Straße«, wenn man bei Umbau- und Abbrucharbeiten die Augen offen hält.


KolbenpresseKolbenpresse

Nach dem siegreich geführten deutsch-französischen Krieg 1870/71 blühte die Ziegelindustrie auch im Raum Bremerhaven. Aus dieser Zeit stammt diese Kolbenpresse, die eine kleine Leistung gepaart mit größter Flexibilität zuließ. Während aus dem einen Mundstück Drainagerohre herauskamen, traten auf der entgegengesetzten Seite Steine aus. Die Betätigung des Stempels erfolgte mit Muskelkraft.


TrocknerwagenTrocknerwagen

Das Herzstück jeder Ziegelei bilden Trockner und Ofen. Dabei galt es, tausende von Steinen oder Dachziegeln über große Entfernungen innerhalb des Werkes zu transportieren. Die hierfür genutzten Wagen wurden auf Schienen zwischen den Be- und Entladestellen bewegt.


SchagSCHAG-Apparat

Den Ringofen heizte man mit Kohle, die mit Schürapparaten von oben in den Ofenraum zwischen die Steinpakete gestreut wurde. 48 Schürapparate, die dem Feuerfortschritt folgend weitergesetzt wurden, waren erforderlich, um die Garbrandtemperatur von 1000° C zu erreichen.


DrainagenDrainagen

Unsere Gegend konnte ihre Bevölkerung erst ernähren, nachdem Heide und Moor urbar gemacht wurden und der Landwirt durch systematische Entwässerung seiner Flächen kalkulierbare Ernteergebnisse erzielte. Voraussetzung hierfür war der Bau von Entwässerungsgräben und das Anlegen von Drainagen. Tonrohre wurden deshalb in 1 m Tiefe mit Gefälle auf Brettern dicht an dicht verlegt.

Jeder Strang endete in einem Graben. Innerhalb eines bestimmten Einzugsbereiches hielten sie die Flächen trocken. Tonrohre hatten den Vorteil, dass das Wasser nicht nur durch die Stöße sondern auch durch die Wandungen hindurchtreten konnte.


ErsatzbaustoffeErsatzbaustoffe

In einer Vitrine sieht man, auf welche Ideen die Menschen in der Nachkriegszeit kamen. Aus Mangel an Brennstoffen konnten keine Ziegel hergestellt werden, so dass aus der Not eine Tugend gemacht werden musste: Man produzierte mit Zement gebundene Leichtsteine aus Hochofenschlacke. Die Schlacken, im Kriege zum Wegebau verwendet, wiesen ein geringes spezifisches Gewicht auf.

Gleichfalls als Baustoff diente der »Torfziegel«, allerdings eine brandgefährliche Angelegenheit.


ArchivalienArchivalien

An den Wänden unseres Museums hängen die Originalpläne, die als Grundlage für den Bauantrag des neuen Werkes im Mai 1907 dienten. Darüber hinaus befinden sich die Originalbelege ab 1917 fast lückenlos in den Regalen. Eine umfangreiche Fachbibliothek, in der man Auskunft über die Herstellung, die praktische Anwendung und die daraus entstehende Architektur erhält, ergänzt die Sammlung.

Ziel ist es, die Geschichte der Ziegeleien im Landkreis Vechta lückenlos zu dokumentieren. Schon die große Zahl an Werken in der Vergangenheit verdeutlicht den Wirtschaftsfaktor, den dieser Erwerbszweig für die Heimat bedeutet hat.


19071907 startet Olfry

Der Urgroßvater des heutigen Eigentümers, August Frhr. v. Frydag, kaufte 1907 aus einem Konkurs eine kleine Ziegelei mit deutschem Ofen. Er erwarb damit die "Peters-Stelle” sowie die dazugehörigen tonhaltigen Ländereien.

Die vorhandenen Gebäude wurden abgerissen und durch eine moderne Dampfziegelei ersetzt. In der 8-monatigen Saison konnten 1,25 Mio. Steine und 0,4 Mio. Dachziegel produziert werden.

Sie war damals die größte von 13 Ziegeleien im Landkreis Vechta.1910 verlängerte man den Ofen, um die Leistung um 1/3 zu steigern.