Verarbeitungshinweise

Die Herstellung eines dauerhaft schönen Ziegelsichtmauerwerks bereitet keine Schwierigkeiten, wenn man für die Ausführung folgende Hinweise beachtet:

1. Die gesamte für das jeweilige Bauvorhaben erforderliche Anzahl Vormauerziegel und Klinker ist nach Möglichkeit geschlossen zu bestellen und rechtzeitig vor der Verarbeitung abzurufen.

2. Die Vormauerziegel und Klinker werden auf Paletten in Folie verpackt an die Baustelle geliefert und durch einen Kran abgesetzt. Sie sind bodenfrei zu lagern und gegen Witterungseinflüsse und Verschmutzung zu schützen.

3. Die meisten Fehler, die zu Schäden führen können, werden bei der Verarbeitung gemacht. So sollten Sie die Vormauerziegel und Klinker aus mehreren Paketen gleichzeitig entnehmen, um ein harmonisches Farbspiel zu erreichen. Bei Frostgefahr sollten Sie die Arbeit einstellen und keine Frostschutzmittel verwenden.

4. Es ist ein Mauermörtel zu verwenden, der auf das Saugverhalten des Ziegels abgestimmt ist.

Vormauerziegel und Klinker:
Mörtel der Mörtelgruppe IIa mit folgendem Mischungsverhältnis in Raumteilen (RT):
1 RT Zement
1 RT Kalkhydrat
6 RT Sand 0-3mm ø
Die Mörtelkonsistenz muss dem geringen Saugvermögen angepasst werden. Zu steife Mauermörtel sind unzulässig. Die Klinker dürfen nicht angenässt werden, weil bei ihnen das Wasser eine störende Trennschicht bilden würde, die ein Ansaugen des Mörtels verhindert.
Bei saugfähigen Vormauerziegeln ist ein vorzeitiger und zu hoher Wasserentzug aus dem Mörtel durch Vornässen der Steine einzuschränken. Bei Verwendung von Werktrockenmörteln mit verbessertem Wasserrückhaltevermögen kann ein Vornässen der Steine entfallen.

Voraussetzung für den Fugenglattstrich ist, dass der Mörtel eine gute Verformbarkeit besitzt. Statt des oben beschriebenen Baustellenmörtels werden Fertigmörtel angeboten, die die Verarbeitung erleichtern.
Beim Fugenglattstrich ist besonders auf das vollfugige Mauern zu achten, um nicht später beim Glätten der Fuge nachbessern zu müssen. Beim Aufmauern hervorquellender Mörtel wird mit der Kelle abgestrichen und die Fuge nach dem Anziehen des Mörtels mit einem entsprechend dicken Fugeisen oder Schlauch steinbündig glattgestrichen. Der Mörtel muss mit der Kelle sofort abgezogen werden, damit Verschmutzungen der Sichtflächen vermieden werden können.

Wichtig ist, dass der Mörtel beim Glätten stets die gleiche Konsistenz aufweist. Eine zu frisch geglättete Fuge wird hell. Eine zu spät geglättete Fuge wird dunkel. Deshalb immer von unten nach oben vorgehen. Die Art des Glättewerkzeugs darf während der gesamten Fugarbeiten nicht gewechselt werden. Nach Fertigstellung oder bei Arbeitsunterbrechungen muss das Mauerwerk vor Verschmutzungen, Durchnässung oder zu raschem Austrocknen geschützt werden. Bei Bedarf kann das Mauerwerk in einer Schlussreinigung mit wenig Wasser und geeigneten Bürsten abgewaschen werden, um auffällige Verschmutzungen zu beseitigen. Chemische Reinigungsmittel wie Salzsäure oder Reinigungsmittel, die Säure enthalten, sind nicht zulässig.

5. Die nachträgliche Verfugung, die in der   Leistungsbeschreibung ausdrücklich vereinbart werden muss, ist mit auf die Vormauerziegel oder Klinker abgestimmtem Fertigfugenmörtel auszuführen.

Die Fugen sind gleichmäßig 1,5 cm tief flankensauber auszukratzen. Bei Unterschreitung der Mindestauskratztiefe von 1,5 cm ist die dauerhafte Haftung des Fugmörtels nicht gewährleistet. Das Auskratzen muss vor jeder Arbeitspause durchgeführt werden, solange der Mauermörtel noch weich ist.
Bei Regen und Sonne sollte das Fugen eingestellt werden. Regen kann zum Auslaufen der Fuge führen, Sonne zu Trockenrissen, die Durchfeuchtungsschäden am Mauerwerk fördern. Deshalb sollten Sie das frisch gefugte Mauerwerk bis zur Anfangserhärtung gegen Feuchtigkeit schützen.

6. Die beste und billigste Reinigung ist die sorgfältige Vermauerung und Vermeidung von groben Verschmutzungen. Um die letzten Mörtelreste zu entfernen, kann die Reinigung mit Wasser und Bürste, Spachtel oder Schrubber erfolgen. Die Spritzer sollten noch vor dem Erhärten des Mörtels mit reinem Wasser abgewaschen werden. Als Reinigungsmittel dürfen keine Säuren verwendet werden. Bei starken Verunreinigungen sollten Sie einen Fachmann oder den Fachverband der Ziegelindustrie zu Rate ziehen.
                          
Vechta, im Juni 2013